Märkische Region,
9. Dezember 2009

THEMA: Über Innovation zur Investition

„Wir sind in der glücklichen Lage einstellen zu können und nicht entlassen zu müssen.“ Christoph Deiters, geschäftsführender Gesellschafter der Gerhardi Alutechnik GmbH, blickt dem kommenden Jahr einigermaßen optimistisch entgegen. Zwar spüre auch sein Unternehmen mit Sitz am Lüdenscheider Freisenberg die Folgen der Wirtschaftskrise, aber bei weitem nicht so stark wie manche andere in der Region, unter anderem deshalb, weil es fünf gleichberechtigte Marktsegmente gebe, die Gerhardi mit Aluminium-Profilen bediene, und die  Automobilindustrie nur eines davon sei. Die Firma war Gastgeber eines Business Breakfast, zu dem erneut die Unternehmensberatung Albatross 78 und die SIHK eingeladen hatten. Dass die Geschichte des Unternehmens, das mitten in der Wirtschaftskrise rund 15 Millionen Euro in einen Erweiterungsbau und eine zweite Strangpresse investiert hat, interessiert, zeigte die Anmeldung von 94 Teilnehmern zu diesem Frühstück, freute sich Organisator Bo Bäckström.

„Über Innovation zur Investition“ hatte Deiters sein Referat überschrieben. Dieses enthielt einen kurzen Abriss zur Geschichte des 1796 gegründeten Familienunternehmens, aber das wesentliche Thema war die jüngste Erweiterung, die eben genau mit der Wirtschaftskrise zusammenfiel – was so niemand habe vorausahnen können, betonte Deiters. Zwei Gründe hätten zu dieser größten Einzelinvestition in der Firmengeschichte geführt: Zum einen das Risiko, das mit der Produktion mit nur einer Presse einhergehe, falls diese ausfalle, zum anderen die Standortsicherung. Mit einer Erweiterung der Kapazität von 6000 Tonnen auf 15 000 Tonnen jährlich, sieht Deiters Gerhardi für die Zukunft gut aufgestellt, auch wenn die neue Presse krisenbedingt noch nicht ausgelastet sei. Aber auch in diesem eigentlich schlechten Jahr konnten die derzeit 80 Gerhardi-Mitarbeiter in drei Schichten durcharbeiten. Kurzarbeit sei nie angemeldet worden. Mit der neuen Presse soll die Mitarbeiterzahl zum gegebenen Zeitpunkt auf 110 steigen.

Innovation sei ein wesentlicher Faktor in der Betriebsentwicklung bei Gerhardi, erklärte Deiters. So seien beispielsweise spezielle Glanzlegierungen gemeinsam mit Lieferanten entwickelt worden, um neue Märkte zu erschließen. Die Investition in die neue Presse sei eben nur eine weitere Konsequenz der Innovationsbereitschaft gewesen, auch in Krisenzeiten: „Wir wissen, hätten wir das nicht gemacht, wäre es noch „falscher“ gewesen. Dann wären wir irgendwann nicht mehr existenzfähig.“ Dass die Wahl für die Presse auf einen Hersteller aus Spanien gefallen sei, hatte laut Deiters ebenfalls zwei Gründe: Deutsche Produzenten seien auf dem chinesischen Markt ausgelastet gewesen, und in dem Familienunternehmen aus Spanien habe er, getreu der Gerhardi-Philosophie, einen Partner gefunden, mit dem er auf Augenhöhe kommunizieren könne. Generell seien verlässliche Partnerschaften, sowohl zu den Lieferanten und Kunden als auch zu den Mitarbeitern eine wichtige Grundlage des Unternehmenserfolgs.

Viele der Gäste nutzten im Anschluss an das Frühstück und den Vortrag die Gelegenheit zur Besichtigung der neuen Strangpresse. Weitere Informationen finden Sie unter www.gerhardi-alu.de.

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